+49 30-22 05 6 44 05 office@petsdeli.de
Katzenmusik?

© Jitchanamont, Shutterstock.com

Haben Sie Ihrer Katze schon einmal Musik vorgespielt? Vielleicht sitzt sie schnurrend neben dem Klavier, während sie darauf spielen – oder sie verlässt den Raum, sobald Sie eine E-Gitarre zur Hand nehmen? Anlässlich des Weltmusiktages am ersten Oktober gehen wir der Frage nach, welche Wirkung die Musik auf Mensch und Tier ausüben kann. Neben zahlreichen Studien zu diesem Thema gibt es schon Kompositionen, die eigens für Katzen geschrieben wurden. Kurios? Freuen Sie sich auf spannende Impulse aus der Forschung – und auf Katzenmusik.

Menschen, Musik und Emotionen

Wer Musik hört, wippt schnell mit dem Fuß mit oder tippt mit dem Finger im Rhythmus. Die Klänge wirken schließlich direkt auf unsere Emotionen. Warum das so ist? Der Weltmusiktag am ersten Oktober ist schöner Anlass, um über diese Frage nachzudenken. Dieser Aktionstag erinnert seit 1975 weltweit an die Bedeutung der Musik für unsere Gesellschaft.

Musik kann bei uns Menschen ganz unterschiedliche Reaktionen auslösen: Sie verändert unsere Stimmung, ruft Erinnerungen hervor oder sorgt für einen veränderten Puls. Dies basiert auf der Art, wie wir diese akustischen Ereignisse wahrnehmen. Die Frage, welche Reaktionen Musik im menschlichen Gehirn auslöst, regt Mediziner, Psychologen, Neurowissenschaftler und Musiktherapeuten immer wieder zu spannenden Experimenten an. Verschiedene Studien weisen etwa auf eine beruhigende Wirkung für uns Menschen hin: So ließ sich bei Probanden, die klassische Musik hörten, ein geringerer Cortisolspiegel im Blut nachweisen als bei einer Vergleichsgruppe – und damit ein geringeres Stresslevel. Dies zeigt: Die Musik übt einen beruhigenden und stimmungsaufhellenden Effekt auf uns Menschen aus. Deshalb wird sie schon seit langer Zeit therapeutisch zur Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt.

Die enge Verknüpfung zwischen Musik und Emotionen basiert, wie Neurowissenschaftler zeigen, auf der Art, wie wir Musik rezipieren. Akustische Signale gelangen als Druckwelle der Luft in das Innenohr. Dort werden sie in neuronale Impulse umgewandelt und an das Gehirn weitergeleitet. Das menschliche Gehirn wiederum verarbeitet diese Impulse in verschiedenen Arealen wie etwa der Amygdala – das ist der Bereich des Gehirns, der für emotionale Prozesse verantwortlich ist. Hören wir also ein Musikstück, das uns gefällt, reagieren wir mit einem positiven Gefühl – und wippen scheinbar wie von allein mit dem Fuß mit.

Was Tiere an klassischer Musik schätzen: Impulse aus der Tierpsychologie

Wie aber reagieren Tiere auf Musik? Kann sie auch ihre Stimmung beeinflussen? Gibt es Musikrichtungen, die manch einem Vierbeiner mit größerer Wahrscheinlichkeit gefallen könnten? Diese Fragen haben Forscher und Tierliebhaber weltweit schon zu verschiedenen Studien angeregt.

Psychologen der University of Leicester etwa beobachteten in einer Großstudie den positiven Einfluss, den langsame Musik auf Kühe ausübte. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen spielten sie 1.000 Tieren täglich mehrere Stunden Musik über einen Lautsprecher vor. Wie sich zeigte, wurde die Milchproduktion der Kühe nachweislich durch die Geschwindigkeit der Titel beeinflusst. Das Ergebnis: Tiere, die langsame Musik (unter 100 Beats per Minute) hörten, produzierten 3 Prozent mehr Milch, verglichen mit ihrer Aktivität an musikfreien Tagen. Äußerst beliebt im Kuhstall war übrigens Beethovens Sinfonie Nr. 6 „Pastorale“.

Entspannter zeigten sich übrigens auch Hunde, die klassischer Musik lauschten. In einem Tierheim untersuchten Psychologen der Queens University of Belfast, wie die dort lebenden Hunde auf verschiedene Musikstile reagierten – von Klassik über Pop bis hin zu Grunge und Heavy Metal. Die Wissenschaftlerin Deborah Wells beobachtete das Verhalten von Hunden und gelangte zu einer interessanten Erkenntnis: Bei klassischer Musik entspannten sich die Hunde und bellten weniger.  Angespannter hingegen reagierten die Tiere auf Musikrichtungen wie Heavy Metal. Nun stellt sich die Frage: Wie reagieren Vierbeiner auf „Katzenmusik“?

Kompositionen „für die Katz“?

Musik für Katzen

© Oleg Troino, Shutterstock.com

Charles Snowdon, emeritierter Professor der Universität Wisconsin-Madison, entwickelte mit Blick auf die Wahrnehmung von Katzen spezielle Kompositionen für diese Tiere. Wie er in einem Interview schildert, kommunizieren Katzen in einer höheren Tonlage und in einem anderen Tempo als Menschen. Ihr Puls liegt beim Schnurren bei etwa 1200 Beats per Minute; dies ist deutlich schneller als etwa der menschliche Ruhepuls mit 60 bis 70 Schlägen pro Minute.

Zusammen mit einem befreundeten Musiker, der das Cello beherrscht, kreierte Snowdon spezielle Stücke für Katzen: Die Kompositionen waren mit verschiedenen Instrumenten arrangiert und verfügten über elektrisch angepasste Tonhöhen und Tempi, die den kommunikativen Vorlieben der Vierbeiner entsprachen. Das war durchaus „Musik in den Ohren“ der Katzen: Wie ein anschließendes Experiment zeigte, reagierten die Vierbeiner positiver auf diese Stücke als auf klassische Kompositionen namhafter Künstler wie Johann Wolfgang von Bach und Gabriel Fauré. Die Katzen näherten sich schneller dem Lautsprecher und umkreisten ihn. „Für die Katz‘“ waren diese Kompositionen also nur im strengen Wortsinn.

Katzenmusik? Ein Fazit

Wie die vorgestellten Experimente andeuten, kann die Musik spürbar auf Mensch und Tier wirken und ist eng mit dem Gefühlsleben verknüpft. Nur erahnen aber lässt sich das Ausmaß, in dem die Musik die Wahrnehmung und das Verhalten von Tieren beeinflusst. Die hier vorgestellten Erkenntnisse zeigen spannende Impulse eines Forschungsgebietes auf, das noch in den Kinderschuhen steckt. Deshalb lässt sich nur schwer vorhersagen, welche Reaktionen eine bestimmte Musik hervorruft – und ob Ihre Katze etwa bei klassischer Musik, Popmusik oder “Katzenmusik” zu schnurren beginnt.

 

Button Jetzt zum Pets Deli Shop

Pets Deli Banner

Kommentare (0)