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Auch wenn das Fliegen mittlerweile zur Gewohnheit geworden und damit für viele Menschen bereits so etwas wie Busfahren ist, ist eine Flugreise mit Hund sowohl für den Besitzer als auch für den Vierbeiner sehr stressig.

So rät Hundeexpertin Rita Kampmann, Leiterin der Hundeschule Freude am Hund, in ihrem Artikel auf Holidu:

Bitte vermeiden Sie das Fliegen mit Hund, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Ihr Hund versteht die Situation, in welcher er sich plötzlich wiederfindet findet, nicht. Sie selbst wissen nicht wie die Tiere am Flughafen behandelt werden bzw. wie es ihnen während des Fluges ergeht und ob ihnen die Enge sowie der Höhendruck stark zu schaffen macht. Kümmern Sie sich am besten vor der Anschaffung eines Haustieres um eine liebevolle und zuverlässige Urlaubsbetreuung.“

©Monika Wisniewska, Shutterstock.com

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Damit Ihr Flug bestmöglich und für alle Beteiligten so stressfrei wie möglich über die Bühne geht, sollten Sie einiges beachten:

Vor dem Flug:

Informieren Sie sich über die Transportbedingungen

Vor dem Flug sollten Sie sich unbedingt über die Beförderungsbedingungen der Airline informieren, denn davon hängt erstens ab, wie Ihr Hund im Flugzeug transportiert wird, und zweitens, wie Sie ihn auf den Transport vorbereiten müssen. Während kleine Hunde bis zur Größe einer Hauskatze oft in einer Tasche in der Kabine transportiert werden dürfen, erfolgt die Beförderung größerer Hunde ausschließlich in Transportboxen im Frachtraum. Auch die Kosten für die Hundemitnahme sind individuell, sodass Sie diese im Vorfeld bei der Fluggesellschaft erfragen sollten. Frühzeitig erfolgen muss auch die Anmeldung des Hundetransports, sodass ausreichende Kapazitäten im Flugzeug zur Verfügung stehen.

Gewöhnen Sie Ihren Hund an die Transportbox

Da Ihr Hund im Flugzeug im überwiegenden Teil der Fälle in einer Transportbox befördert wird, sollten Sie Ihren Liebling so früh wie möglich daran gewöhnen. Ziel dieser Aktion ist es, dass Ihr Vierbeiner positive Assoziationen mit der Box verbindet und sich darin wohlfühlt. Dies ist besonders wichtig, da er sowohl vor als auch während des Fluges mehrere Stunden darin verbringen wird und dabei gleichzeitig ungewohnten Geräuschen und Vibrationen ausgesetzt ist. An dieser Stelle empfehlen sich Transportboxen, die der Größe Ihres Vierbeiners gerecht werden und zugleich stabil und ausbruchsicher sind. Am einfachsten gelingt die Gewöhnung an die Box, indem Sie diese mit Spielzeug oder dem Lieblingsfutter Ihres Hundes ausstatten, sodass dieser den Aufenthalt mit etwas Positivem verbindet. Nach und nach können Sie anschließend die Aufenthaltszeit erhöhen und die Tür der Box für eine Weile schließen. Beginnen Sie damit aber nicht zu früh, da der Hund dies als Zwang verstehen und Stress verspüren wird.

©Budimir Jevtic, Shutterstock.com

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Spielen Sie das Reiseprozedere durch

Fühlt sich Ihr Hund wohl, sollten Sie eine Flugreise mit Hund zunächst simulieren, indem Sie ihn mitsamt seiner Transportbox im Auto mitnehmen und darin zum Flughafen transportieren. Auch an diesen ungewohnten Ort sollte sich der Hund frühzeitig gewöhnen, da sowohl die Akustik als auch die große Menschenmenge Auslöser für Stress sind. Auch hier ist es wichtig, behutsam vorzugehen und die Aufenthaltszeit im Rahmen mehrerer Aufenthalte zu erhöhen, bis es für Ihren Hund völlig normal scheint, sich an einem Flughafen aufzuhalten. Belohnen Sie den Hund regelmäßig mit Leckerlis, um die positiven Assoziationen zu bestärken.

Informieren Sie sich über etwaige Einreisebestimmungen

Das Fliegen mit Hund bedingt auch, dass Sie sich vor der Buchung darüber informieren, welche Einreisebestimmungen im Zielland herrschen. Während das Reisen innerhalb der EU relativ unkompliziert ist und lediglich Standards wie eine aktive Tollwutimpfung, das Mitführen eines EU-Heimtierausweises sowie die Kennzeichnung des Hundes via Chip oder Tattoo erfordert, gelten außerhalb der EU sowie in einigen EU-Staaten (z.B. England) abweichende Bedingungen. Insbesondere bei Interkontinentalflügen sind oft Quarantänezeiten von mehreren Wochen vorgesehen. In einem solchen Fall ist es wichtig, dass Sie Ihren Hund in der Quarantäne täglich besuchen und gleich bei der Buchung einen Nonstop-Flug wählen, um den Stress für Ihren Vierbeiner zu minimieren. Eine gute Übersicht bietet hier petsontour.de

Letzte Schritte vor dem Abflug

Ist Ihr Hund auch aus tierärztlicher Sicht fit für den Flug, kann es losgehen. Bevor Sie Ihren Hund endgültig in die Box lassen und dem Personal der Airline übergeben, sollten Sie mit ihm noch einen längeren Spaziergang unternehmen, sodass er sich vor dem Flug noch ein wenig auspowert und damit weniger aufgeregt ist. Nehmen Sie sich genügend Zeit, sodass auch hier kein Stress aufkommt.

Stellen Sie vor der Übergabe zudem sicher, dass Sie den Hund in der Box nicht anleinen. Von starken Beruhigungsmitteln ist ebenfalls abzuraten. Statten Sie die Transportbox stattdessen mit allen Utensilien aus, die Ihrem Hund die Reise so angenehm wie möglich machen. Dazu zählt eine Decke, das Lieblingsspielzeug, ein festgebundener Kauknochen sowie ausreichend Wasser. Beachten Sie, dass Sie nur Trockenfutter uneingeschränkt im Handgepäck mitführen dürfen. Nassfutter wird hingegen bei der Sicherheitskontrolle wie eine Flüssigkeit behandelt und muss mit dem Gepäck aufgegeben werden. Solange Sie die allgemeinen Gepäckrichtlinien einhalten, dürfen Sie im Koffer aber auch Nassfutter unbeschränkt mitnehmen. Ideal ist es auch, wenn die Transportbox mit den Worten »Live Animal« und mit roten Pfeilen, welche die Oberseite kennzeichnen, beschriftet ist.

Verhalten während des Fluges

Sollten Sie Ihren Hund in der Kabine transportieren dürfen, erlauben die meisten Fluggesellschaften dies nur unter der Bedingung, dass die entsprechende Transportbox im Handgepäckfach oder unter dem Sitz untergebracht ist. Um Stress für das Tier zu vermeiden, sollte es sehr gut an das geschlossene Transportbehältnis gewöhnt sein, da es bei manchen Fluggesellschaften nicht gestattet ist, das Transportbehältnis zu öffnen.

Stressabbau nach der Landung

Da das Fliegen mit Hund für Ihren Hund sehr stressig ist, ist es sinnvoll, die aufgebauten Spannungen, die sich wahlweise durch Bellen oder in die Leine beißen zeigen, vor der Weiterreise ein wenig abzubauen. Sofern es die Zeit zulässt, eignet sich dazu ein Spaziergang unmittelbar nach der Landung auf dem Freigelände des Flughafens. Am Reiseziel angekommen, sollten Sie Ihrem Hund anschließend genügend Ruhe gönnen, sodass dieser sich von den Strapazen erholen kann.

 

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