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Alexander Conradt arbeitete als Lokalchef für die BZ, als er 1989 sein erstes „Irmchen“-Buch schrieb. “Von da an war ich im Herzen nicht mehr Journalist, sondern Geschichtenerzähler”, gesteht er im Interview mit Yvonne Spanier.

Pets Deli: Du bist ein großer Katzenliebhaber. Warum?

Alexander Conradt: Ja, schon seit meiner frühen Kindheit. Unsere Familie wohnte in Lübeck, unweit vom Flüßchen Trave. Wann immer wir dort spazieren gingen – so erzählten es mir meine Eltern – ließ ich mir von einem Angler einen kleinen Fisch für meine Katze Maya schenken. Ich war zweieinhalb Jahre alt und sie meine erste große Liebe. Sie hatte ein schwarz-weißes Fell und bernsteinfarbene Augen.

Was fasziniert Dich an diesen Tieren am meisten?

Ich glaube, dass Katzen und ich einen Gleichklang der Seelen habe.

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Alexander Conradt und seine Katzen

Wie vielen Katzen hat Du insgesamt ein neues Zuhause gegeben?

Ich sage mal 25 Katzen. Übrigens hatte ich auch zwei Hunde in meiner Jugend. Spitz-Terrier-Mischung Susi und den Jagdhund Anja.

Wo kamen die Katzen her?

Die meisten Katzen brachte ich von Mallorca mit, andere aus Tunesien, Abu Dhabi und Venezuela. Dabei handelte es sich meistens um Jungtiere, die mehr oder weniger im Sterben lagen. Ich habe sie im Flugzeug nach Berlin “geschmuggelt”.

Hast Du auch Tiere vermittelt?

Wir hatten einmal zwei Würfe, und diese Katzen habe ich dann in gute Hände weitervermittelt.

Der Katzenfriedhof

Der Katzenfriedhof im Garten

In Deinem Garten gibt es einen Katzenfriedhof. Sind dort alle beerdigt?

Ja, mit einem Engel. Dort sind alle, die bei mir lebten, auch beerdigt.

Du bist Journalist und Bestsellerautor. Wann entstanden die Katzenbücher?

Irmchen, der erste Roman, entstand 1989 kurz vor Maueröffnung. Manchmal schrieb ich noch nachts nach einem 16-stündigen Arbeitstag. Zu der Zeit arbeitete ich als Lokalchef bei der BZ. Auf dem 15-minütigen Heimweg ließ ich mir die Geschichten einfallen. Dann habe ich mich an die Schreibmaschine gesetzt und schrieb los. Ich schrieb bis morgens um 2.30 Uhr, danach habe ich vier Stunden geschlafen und der nächste Arbeitstag begann. Von diesem Augenblick an war ich im Herzen nicht mehr Journalist, sondern Geschichtenerzähler. Das erste Buch dauerte lange, weil gleichzeitig die DDR zusammenbrach und ich als Journalist viel arbeiten musste.

Irmchen

Irmchen ©privat

Beim Schreiben saß Irmchen immer auf meinem Schoß und wurde geknutscht. Das war für mich Entspannung und bereitete mir große Freude. Mit diesen vier Büchern wollte ich einzig und allein den Tieren helfen. Tierschutz und Schreiben waren eins.

Du wolltest mit dem erzielten Verkaufserlös ein Katzenheim auf Mallorca bauen?

Ja, das Katzenheim war zu 90 Prozent fertig, dann musste es aus politischen Gründen wieder abgerissen werden und damit war meine Investition weg. Aber ich war so viel im Radio (100,6) und Fernsehen (Frühstücksfernsehen und so weiter), dass sich viele Tausend Menschen auf den Weg machten, um Katzen auf Mallorca zu retten. Das müsste 1992 gewesen sein.

Wie hast Du Dich sonst noch für Tiere engagiert?

Es gab einzelne Leute, die auf Mallorca die Katzen versorgten. Die bekamen vom Tierschutz Berlin über mich Geld. Ich habe die Katzen der Ostküste Mallorcas  “durchkastrieren” lassen, damit sie sich nicht weiter vermehren. Ein Katzenpaar hat 80 Millionen Nachkommen, wenn jedes zweite Kätzchen überlebt. Das war ein hartes Stück Arbeit.

Das Katzenheim auf Mallorca

Das Katzenheim auf Mallorca

Wo engagierst Du Dich noch?

Mein letztes Projekt: Ich habe 78 Ziegen für ein Dorf in Afrika gekauft, mit deren Milch die Kinder ernährt werden. Als nächstes finanziere ich in einem anderen afrikanischen Dorf für ein Jahr die Schulspeise.

Leben jetzt noch Katzen in Deinem Haushalt?

Ja, die Katzen von meiner Verlobten Martina. Die heißen Jule und Mini. Sie sind herzensgut. Ich liebe alle drei.

Was vermisst Du bei den Menschen? Wie sollen sie mit Tieren umgehen?

Ich vermisse Moral, Nächstenliebe und Herzensbildung. Ich bin kein Freund der Spaßgesellschaft. Wir Menschen müssen Menschlichkeit leben. Tiere schenken uns Liebe, und wir müssen diese Liebe auch zurückgeben.

Wenn wir das Leben auf unserer Erde retten wollen – zu Wasser, in der Luft und auf dem Planeten – dann müssen wir im Umgang mit der gesamten Natur neue Wege gehen. Denn es ist fast schon fünf nach zwölf.

Was geben Dir die Katzen?

Sie geben mir zwei Dinge: Liebe und das Gefühl, nicht umsonst gelebt zu haben.

 

 

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